Monat: April 2025

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Hippolyt Guarinoni

Hippolyt Guarinoni (auch Ippolito Guarinoni und Hippolytus Guarinonius) (* 18. November 1571 in Trient; † 31. Mai 1654 in Hall in Tirol) war ein Arzt und Universalgelehrter, der in Hall praktizierte. Als Vertreter eines militanten Katholizismus veranlasste er maßgeblich die Erbauung der Karlskirche in Volders und begründete den antisemitischen Anderl-von-Rinn-Kult.

Seine Kindheit verbrachte Hippolytus in Trient, später übersiedelte er mit dem Vater nach Wien und schließlich folgte er ihm 1583 an Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag, wo er im dortigen Jesuiten-Gymnasium eine sorgfältige und umfassende Bildung erhielt. Der Unterricht bei den Jesuiten war für den wissbegierigen jungen Mann prägend für das ganze Leben. Von 1593 bis 1597 studierte Guarinoni an der Universität Padua Medizin; darüber hinaus besuchte er Vorlesungen in Theologie und Philosophie. 

Äußeres Zeichen des religiösen Eifers Guarinonis ist die Karlskirche in Volders, die er nach seinen Plänen von seinem beträchtlichen Vermögen errichten ließ. Die fast orientalisch anmutende Kirche – Kunsthistoriker beschreiben den Stil als „venetianisches Barock“ – ist eines der merkwürdigsten sakralen Bauwerke Tirols. Der Bau, dessen Grundriss dem Petersdom in Rom nachempfunden ist, musste wegen finanzieller Schwierigkeiten Guarinonis wiederholt unterbrochen werden und konnte deshalb erst am 25. Juli 1654, somit 34 Jahre nach der Grundsteinlegung am 2. April 1620 eingeweiht werden. Guarinoni hat diesen Freudentag nicht mehr erlebt, er starb zwei Monate vor der Einweihung in Hall. Die Karlskirche ist auch zu seiner Begräbnisstätte geworden. Vor den Stufen des Dreikönigsaltars zeigt eine weiße Marmorplatte mit dem Wappen des Stifters, dass hier Guarinoni mit seiner Gattin und zweien seiner Söhne nach seiner letzten Verfügung zur Ruhe gebettet wurde.

Guarinoni veranlasste auch den Bau der Kapelle auf der Stiftsalm im Voldertal und der Borgiaskapelle in Volderwald (Tulfes). Die Kapelle zum Volderer Wildbad ist mehrmals abgebrannt, der jetzige Bau geht also nur indirekt auf Guarinoni zurück. Gegenüber im Inntal entwarf er den Plan fürs Annenkirchlein in Bad Baumkirchen.

Guarinoni ist in Tirol nicht nur durch seine Bautätigkeit, sondern mehr noch durch seine medizinischen, religiösen und rhetorischen Schriften bekannt.

Seine bedeutendste Arbeit ist das 1610 in Ingolstadt erschienene Werk Grewel der Verwüstung menschlichen Geschlechts, ein voluminöser Foliant, der sich durch sein Ausufern in Form und Inhalt einer klaren Gattungszuordnung entzieht. Unter anderem behandelt Guarinoni in diesem Werk folgende Gegenstände: „Doctor und Apodecker, Dück der Weiber. Dawung (Verdauung), Ebenen und Birg (Berge), Fresser und Sauffer, Engelländische Comedianten, Calendarische Narrheiten, Anekdoten vom Eulenspiegel, Fuchsschwänzer, Die Fechtschulen. Hundsrecht bei den Teutschen, Juden und Ketzer fressen gerne Fleisch. Lob der alten Weiber. Lobgesang der Gerhaben (Vormünder), Marx- und Lucasbrüder, Mühl- und Müllerbetrug. Natur der Gäns und Weiber. Nudel und Plenten der Bauern Speiß. Predicanten Freßdeckanten etc.“ Guarinionis Grewel sind aber auch eine Fundgrube für die deutsche Sprachkunde, insbesondere für ungewöhnliche provinzielle Ausdrücke, wie es überhaupt eine nicht zu verachtende Quelle provinzieller Bezüge jeder Art, reich sowohl an ächt deutschen Sprichwörtern als an Redensarten, Anspielungen und Vergleichen.

Der Botaniker

Ein von Guarinoni angelegtes Herbarium, seit 1876 mittels Schenkung des Stiftes Wilten im Besitz des Landesmuseums Ferdinandeum, ist eines der ältesten Sammlungen dieser Art in Mitteleuropa. Das zwischen 1610 und 1630 in Buchform mit Holzdeckel und abgeschrägten Kanten angelegte Sammlung beginnt mit einem 13-seitigen lateinisch-deutschen Index und enthält auf 106 Seiten 633 aufgeklebte Pflanzen, die in der näheren Umgebung von Innsbruck gesammelt wurden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hippolyt_Guarinoni


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Zdeněk Kostrouch

MUDr. Zdeněk Kostrouch
Der Arzt auf dem Pferd – Eine wahre Legende im Böhmerwald – Aquarell – Illustration

MD Zdeněk Kostrouch war eine einzigartige Persönlichkeit im Böhmerwald und wurde auch „Arzt zu Pferd“ genannt. Von 1964 bis 1993 lebte er in Hájenko Pustina. Kostrouch wollte ursprünglich als Arzt nach Afrika gehen, blieb aber schließlich im Böhmerwald. Er selbst erzählte, wie er zu dem Pferd kam: „Ich hatte eine alte Piccoloflöte, mit der ich immer zu den Patienten ritt und immer zwei Ersatzpferde dabei hatte, falls wir stecken blieben. Eines Tages sagten sie zu mir: ‚Schauen Sie, Herr Doktor, Sie haben da drüben ein Pferd. Flüstern Sie ihm ins Ohr, dass Sie nach Záluží wollen, und er wird Sie dorthin bringen. Das Pferd wurde mir dann für 520 Kronen verkauft und ich erfuhr, dass Pferde im Böhmerwald problemlos gefahren werden können.“ Über seine erste Begegnung mit der Eremitage erzählte der Arzt: „In den 1950er Jahren fuhr ich von Hartmanice nach Kašperské Hory und sah im Rückspiegel eine Rauchsäule. Ein Blitz und sie war vorbei. Die Eremitage war daraufhin mit Brennnesseln überwuchert.

4CXJ+MXQ Hartmanice, Tschechien

Und im Frühjahr 1964 wollte man es abreißen, weil es im Militärbezirk Dobrá Voda lag. Dank meiner Kontakte konnte ich den Abrissbeschluss verhindern und bin selbst eingezogen.“ Kostrouch gründete in Pustina einen Bauernhof, richtete eine Bibliothek ein und richtete eines der Zimmer mit antiken Möbeln ein. Da der Transport zur Praxis in Hartmanice, insbesondere im Winter, sehr problematisch war, besaß Dr. Kostrouch Pferde, die er auch für den Patiententransport einsetzte. Auch seine Söhne nutzten Pferde. Seine erste Frau war MUDr. Helena Kostrouchová – eine Ärztin in Kašperské Hory. Sie war die Tochter von Ottla Davidová (Kafková), der Schwester des Schriftstellers Franz Kafka. Ihre Schwester, Věra Saudková, war Herausgeberin der Lidové noviny sowie der Verlage Odeon und Svoboda. Sein Ruhestand und seine zweite Ehe wurden für den berühmten Arzt zum Verhängnis. Nach seinem Tod wurde alles weggenommen oder verschimmelte. Innerhalb weniger Jahre verfiel das Gehöft völlig. An seinen Aufenthalt in Pustina erinnert eine Sterbetafel in der Nähe des Forsthauses mit dem Text: „Hier in Pustina lebte und arbeitete von 1964 bis 1993, MUDr. Zdeněk Kostrouch, ein kleiner, großer Mann, ein Arzt, der Licht und Fähigkeiten bringt, ein Retter, ein Träumer, ein Idealist, ein zutiefst menschlicher Mensch … Eine medizinische Legende des Böhmerwalds.“

https://www.sumava.cz/rozcestnik/kultura-a-pamatky/osobnosti/kostrouch-zdenek-mudr


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Stephanie Arndt

Stephanie Arndt studierte Humanmedizin, Wirtschaftswissenschaften und
Kriminalistik. Sie war Offizier bei der Bundeswehr, Hochleistungssportlerin mit sechs Weltmeisterschaftsteilnahmen und lebt seit dem
Orkan „Xaver“ im Dezember 2013 mit ihrem Pferd Nasar in einer
tierischen Wohngemeinschaft zusammen im Haus. Als Pippi Langstrumpf
des 21. Jahrhunderts – unangepasst, querdenkend, autark – verkörpert
Stephanie Arndt den Wunschtraum vom unabhängigen Leben, öffnet
Herzen und ermöglicht Fantasien und Träume. Für Jung und Alt.

https://www.youtube.com/@HauspferdNasarNASARLAND/videos

https://nasar.land

https://shop.tredition.com/booktitle/Hauspferd_Nasar_-_Gl%3fck_ist_selbstgebacken/W-1_81964


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Olaf Zenner

Von Beginn meines Medizinstudiums
an hatte ich den Wunsch, mich sowohl der
Medizin als auch der Musik zu widmen. Während meines
Medizinstudiums fehlte mir allerdings die Zeit für einen
regelmäßigen Orgelunterricht. Es blieb mir daher nichts
anderes übrig, als mich autodidaktisch fortzubilden. Nach
dem medizinischem Staatsexamen und der Promotion begann
ich in Köln das Musikstudium und beendete es mit einem
Konzertexamen für Orgelspiel.

Artikel über sein Orgelspiel und seine Kurse.

Dr. Olaf Zenner und seine Frau mit dem Präsidenten der GdO, Prof. Dr. Matthias Schneider, anlässlich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der GdO. (Foto: Roland Behrens)

https://www.gdo.de/aktuelles/aktuelles-detail/dr-olaf-zenner-zum-ehrenmitglied-der-gdo-ernannt

https://www.wp.de/staedte/sundern/article12310006/dr-olaf-zenner-zeigt-umwerfende-spielfreude.html

https://www.wp.de/staedte/sundern/article12290763/bach-werke-erklingen-auf-sauer-orgel.html

http://www.operapoint.com/?page_id=5949


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Wolfram Hackel

Wolfram Hackel (* 25. April 1942) ist ein deutscher Mediziner und Orgelforscher.

Hausorgel von Dr. Wolfram Hackel in Dresden/Plauen

Wolfram Hackel studierte Medizin. 1967 promovierte er an der Medizinischen Akademie in Dresden. Danach führte er als Facharzt eine urologische Praxis in Dresden-Plauen.

Wolfram Hackel publizierte seit den 1970er Jahren Werke zu Orgeln und Kirchen. Er entwickelte sich bald zu einem der wichtigsten Orgelforscher für Sachsen. Wolfram Hackel ist ein langjähriges Mitglied der Gesellschaft der Orgelfreunde.[1] Er war Mitglied in deren Beratenden Ausschuss (1995–1998), Schriftführer (1998–2003) und Mitglied im Hauptausschuss (2011–2021)

Artikel über Orgeln in Neuengönna

Artikel über eine Silbermann-Orgel

Wolfram Hackel war Mitherausgeber des vierbändigen Lexikons norddeutscher Orgelbauer und publizierte zahlreiche Texte zu Orgeln und Orgelbauern vor allem in Sachsen.Wolfram Hackel war Mitherausgeber des vierbändigen Lexikons norddeutscher Orgelbauer und publizierte zahlreiche Texte zu Orgeln und Orgelbauern vor allem in Sachsen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_Hackel

Bücher-Verzeichnis Wolfram Hackel

Funktionsträger bei der GdO Gesellschaft der Orgelfreunde

https://www.maenneraerzte.de/wolframhackel

http://www.pape-verlag.de/autoren.htm

https://persondata.toolforge.org/p/Wolfram_Hackel


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Gerhard Aumüller

2. von unten Gerhard Aumüller

Gerhard Aumüller (* 19. November 1942 in Arolsen) ist ein deutscher Mediziner und war Professor für Anatomie und Zellbiologie an der Philipps-Universität Marburg. Außerdem ist er als Orgelhistoriker hervorgetreten.

Zudem hat Aumüller den historischen Orgelbau erforscht und vor allem zum klassischen Orgelbau in Hessen und Westfalen veröffentlicht. Er ist seit 2000 Mitglied der Historischen Kommission für Hessen und wurde 2012 in den Beirat der Internationalen Heinrich Schütz-Gesellschaft (ISG) gewählt. Für seine medizin- und musikhistorischen Forschungen wurde Gerhard Aumüller 2017 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) ausgezeichnet.

Gerhard Aumüller, Jahrgang 1942, studierte Medizin und Anthropologie in Mainz, Würzburg und Marburg. Es folgten Promotion und Habilitation im Fachgebiet Anatomie. Nach einem Forschungsaufenthalt in den USA übernahm der Geehrte den Lehrstuhl für Experimentelle Morphologie an der Philipps-Universität Marburg. Später übernahm er dort den Lehrstuhl Anatomie II. Diesen hatte er bis zu seiner Emeritierung 2007 inne. Über die Medizingeschichte hinaus setzt sich Professor Aumüller im Waldecker Geschichtsverein ein. Dort ist er seit 2012 ehrenamtlich aktiv. Seit 2013 betreut er den umfangreichen Rezensionsteil der wissenschaftlichen Zeitschrift „Geschichtsblätter für Waldeck“. Auch der Musikgeschichte gilt die Begeisterung von Professor Aumüller. Diese kommt unter anderem in seinem Engagement zum Erhalt von denkmalgeschützten Kirchenorgeln zum Ausdruck. Im Bereich der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck hat sich der Geehrte für viele Orgelsanierungen eingesetzt. Darüber hinaus übernimmt er regelmäßig auch selbst den Organistendienst in Kirchengemeinden des Marburger Landes.

In die Historische Kommission für Hessen wurde der Geehrte 2000 aufgenommen. Im Jahr 2002 wurde er in ihren Hauptausschuss gewählt, dort war er Mitglied bis 2012. Als Vorstandsmitglied der Historischen Kommission für Hessen und des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde arbeitet er als Mitherausgeber der Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde.

Artikel über Hoforgelbauer von Gerhard Aumüller (32 Seiten)

Aumüller lebt in Münchhausen (am Christenberg). Die Übersetzerin Uli Aumüller ist seine Schwester.

Ehrenmitglied der Heinrich-Schütz-Gesellschaft

Aumüller sorgte mit seinem Anatomie-Kollegen Adolf Friedrich Holstein (Sprechstimme) für die Anbringung dieser Heinrich-Schütz-Relief-Skulptur

Auszeichnung


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Adolf-Friedrich Holstein

Erklärungen gesprochen von Adolf Friedrich Holstein

Wolfgang Ellenberger war einer der Anatomie-Studenten von Prof. Holstein und durfte zu dessen 80. Geburtstag für die musikalische Umrahmung sorgen.

Die Geschichte des Medizinhistorischen Museums Hamburg begann im Jahre 2007. Der Vorstand des UKE bat den Freundes- und Förderkreis des UKE, das heutige Fritz Schumacher-Haus nach dem Auszug des Pathologischen Instituts zu restaurieren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Die Idee, in dem restaurierten Gebäude ein medizinhistorisches Museum einzurichten, wurde von allen Beteiligten begrüßt. Prof. Adolf-Friedrich Holstein, der damalige Vorsitzende des Freundes- und Förderkreises nahm sich der Aufgabe an und suchte zunächst nach Geldgebern für die anstehenden Arbeiten und die Einrichtung des Museums.
In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde wurden die einzelnen Bauabschnitte fertig gestellt und Schritt für Schritt der Öffentlichkeit präsentiert. So konnte 2010 der restaurierte Sektionssaal vorgestellt werden, begleitet von einer Ausstellung, die einen ersten Einblick in die Vielfalt der Exponate gewährte. Im Oktober 2013 wurde der erste Teil der Dauerausstellung „Die Entstehung der Modernen Medizin“ eröffnet. Im Dezember 2014 machte das Museum den zuletzt fertig gestellten kleinen Sektionssaal und die Räume im ersten Obergeschoss zugänglich.

https://www.uke.de/kliniken-institute/institute/geschichte-und-ethik-der-medizin/medizinhistorisches-museum/index.html

90. Geburtstag im UKE Erikahaus mit Feier. 2024
Skulptur von Fritz Schumacher, dem Bauherrn des Gebäudes, in dem jetzt das Medizinhistorische Museum Hamburg ist. Geschaffen von Adolf-Friedrich Holstein.

Lieber Herr Ellenberger,

herzlichen Dank für Ihre liebe Email. Ich bin gerührt, was Sie alles von mir referieren wollen. Natürlich bin ich damit einverstanden. Ich war in meiner Berufszeit höchst engagiert in medizinischer Lehre und Forschung über die Spermatogenese und widmete mich nach meiner Emeritierung der Denkmalpflege, Malerei und Plastik. Nach der Restaurierung der Säle im Erika-Haus gründete ich dort ein Zentrum für Kommunikation und Kultur. Dann übernahm ich vom Ärztlichen Direktor Prof. Jörg Debatin die Aufgabe, das Institutsgebäude der Pathologie zu restaurieren. Ich kreierte eine neue Nutzung als Medizinhistorisches Museum Hamburg. Auf meine Bitte wurde das Gebäude für ein neues Kulturinstitut nach dem Erbauer Fritz Schumacher Haus benannt. Um das anschaulich zu machen, fertigte ich eine Skulptur des berühmten Baudirektors, die vor dem Museum steht.

Wenn Sie mir Ihre Anschrift mitteilen, schicke ich Ihnen gerne ein kleines Büchlein, das zu meinem 90. Geburtstag vom Freundes- und Förderkreis publiziert wurde.

Aber nun würde ich auch gerne wissen, wie es Ihnen geht? Wie sind Musik und Medizin in Ihrem Leben verteilt? 

Mit herzlichen Grüssen

Adolf-Friedrich Holstein

Prof. Dr. Adolf-Friedrich Holstein
Medizinhistorisches Museum Hamburg
Martinistr.52
20246 Hamburg


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Wolfgang Adelung

Wolfgang Adelung (* 1. Oktober 1920 in Berlin; † 15. November 1994 in SingenBaden-Württemberg) war ein deutscher Mediziner und Orgelforscher.

Wolfgang Adelung studierte Medizin. 1948 promovierte er in Freiburg. Später führte er eine Hautarztpraxis in Singen (Hohentwiel).

Adelung wurde auch Organist und gehörte zu den wichtigsten Mitgliedern der Gesellschaft der Orgelfreunde in seiner Zeit. 1952 war er Mitbegründer von deren Orgelfachzeitschrift Ars Organi. Danach wurde er Schriftleiter (1957–1972), 1. Vorsitzender (1973–1983), Leiter der Geschäftsstelle (1983–1987) und Mitglied des Beratenden Ausschusses der Gesellschaft der Orgelfreunde (1987–1994).

Wolfgang Adelung verfasste das Standardwerk Einführung in den Orgelbau, das in mehreren veränderten Auflagen erschien. Außerdem veröffentlichte er weitere Bücher und Aufsätze über Orgeln.Monographien

Vollständige Auflistung

  • Das normale Blutbild von Freiburg, Dissertation, Freiburg 1948
  • Einführung in den Orgelbau, Breitkopf & Härtel Leipzig 1955; danach sechs Neuauflagen, davon mehrere erweiterte, zuletzt
    • Einführung in den Orgelbau. Breitkopf & Härtel Wiesbaden 1991
  • Elektronen-Instrument und Pfeifenorgel. Merseburger, Berlin 1956
  • Das Elektrium. Merseburger, Berlin 1964
  • Orgeln der Gegenwart. Bärenreiter, Kassel u. a., 1972
  • Die Orgel, Orgelbau-Fachverlag, 1977

https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Adelung
https://www.gdo.de/ueber-uns/geschichte/personen


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Peter Robert Berry

Peter Robert Berry (* 11. September 1864 in St. Moritz; † 14. November 1942 ebenda) war ein Arzt und Maler aus St. Moritz im Kanton Graubünden.

Peter Robert Berry wurde als ältester Sohn des Churer Arztes Peter Berry I und seiner Frau Cecilia Berry-Stoppani geboren. Peter Berry kam auf Anraten seines Schwagers, dem Hotelier Johannes Badrutt, nach St. Moritz und war als einer der ersten Kurärzte im 1864 eröffneten «Neuen Kurhaus» tätig.

Berry besuchte – zusammen mit Andrea Robbi – die Kantonsschule in Chur. Anschliessend studierte er Medizin an den Universitäten ZürichBernHeidelberg und Leipzig. Nach seiner Dissertation arbeitete er für kurze Zeit an einem Londoner Krankenhaus; 1892 wurde er leitender Arzt der «Heilquellen-Gesellschaft» in St. Moritz-Bad.

1895 verlobte er sich mit der Amerikanerin Kitty Spalding, gab seine Stellung als Kurarzt auf und bildete sich in Paris und Berlin weiter. Die Verlobung wurde nach einem Jahr wieder aufgelöst und Berry kehrte ins Engadin zurück.

Im November 1898 wehrte sich Berry in einer ausführlichen Schrift zuhanden der Gemeinde St. Moritz vehement gegen Pläne, den Ort zu einem Kurort für Tuberkulosekranke werden zu lassen. Er befürchtete, das sportbegeisterte mondäne Publikum und andere Sommerfrischler würden Ansteckungen befürchten und wegbleiben. Stattdessen forderte er dazu auf, das im Sommer florierende «Wellness-Angebot» wie Bäderkuren auch auf den Winter auszudehnen. Der Ruf einer Heilstätte würde den Nobelkurort St. Moritz ruinieren: «Entweder Sport oder Bazillen.»

1898 lernte Berry den Maler Giovanni Segantini kennen, dessen Projekt eines Engadiner Panoramas für die Pariser Weltausstellung 1900 er sehr unterstützte. Zu jener Zeit kam in Berry der Wunsch auf, selber zu malen. Unbefriedigt von den eigenen Versuchen mit Farbstiften und Pastellfarben wandte er sich 1898 an seinen Freund Giovanni Giacometti und bat ihn, ihn in die Kunst des Malens mit Öl einzuführen. Giacometti jedoch war verhindert und vertröstete Berry auf den Winter. Er unterstützte aber den Freund in seinem Wunsch zu malen, was Berry in seinem Entschluss bekräftigte, Maler zu werden.

Zwischen dem Winter 1899 und 1901 entstand eines der ersten grossen Ölbilder Berrys. Es trägt den Titel Weihnachtsabend und ist, wie andere frühe Werke Berrys, stark durch Giovanni Segantinis Motivwahl und divisionistische Maltechnik geprägt.

1900 begann Berry an der Pariser Académie Julian Malerei zu studieren, vermutlich auf Anraten seiner Freunde Giacometti und Andrea Robbi, die die Schule zuvor besucht hatten. 1901/1902 lernte er an der Schule von Heinrich Knirr in München genaues Zeichnen und belegte gleichzeitig Kurse der tierärztlichen Fakultät, wo er Pferdeanatomie studierte. Auch in den folgenden Jahren bildete er sich in Paris an der Académie Julian und der Académie von Montparnasse weiter.

Zwischen 1905 und 1914 verbrachte Berry manche Winter auf dem Julier- und Berninapass, wo er in freier Natur malte und abends in der Unterkunft im Hospiz auf seinem mitgebrachten Klavier spielte oder las; gerne Werke von Friedrich Nietzsche, den er in St. Moritz kennengelernt hatte. Oft half ihm sein Bruder, Malkasten, Bilder und Staffelei zu tragen.

1907 machte Berry die Bekanntschaft von Ferdinand Hodler, der sich zu dieser Zeit im Engadin aufhielt. Auch er soll ihn darin bekräftigt haben, bei der Malerei zu bleiben. 1918, beim Ausbruch der Spanischen Grippe, war Berry noch einmal als Arzt tätig, sonst jedoch widmete er sich ausschliesslich der Malerei.

Peter Robert Berry starb am 14. November 1942 in St. Moritz. Seine Werke wurden erst nach seinem Tod 1945 im Rahmen einer Gedächtnisausstellung im Bündner Kunstmuseum in Chur gezeigt.

Berry war seit 1908 verheiratet mit Maria Rocco. Einer seiner Söhne war ebenfalls als Arzt und Maler in St. Moritz tätig und auch seine Enkelin Marietta Gianella-Berry wurde Malerin.

Die «Villa Arona» im Zentrum von St. Moritz wurde um 1904[3] nach Plänen von Nicolaus Hartmann (1880–1956) von Berrys Bruder Johannes erbaut, einem Zahnarzt, der es mit seiner Familie bewohnte.

Im 2004 dort eröffneten Berry Museum sind zahlreiche Werke Berrys ausgestellt, die meisten aus Familienbesitz. Neben den Bildern wird im Museum auch Berrys umfangreicher Nachlass aufbewahrt. Dieser besteht aus Büchern, Briefen, Notizen, Tagebüchern, Musikalien und zahlreichen Unterlagen zur Gründung und Entwicklung des Kurorts St. Moritz.

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Robert_Berry

https://berrymuseum.com